Hochstehende Eckzähne
Hochstehende Eckzähne können Zahnstellung, Reinigung und Lächeln beeinflussen. Erfahren Sie mehr über Ursachen, Begleitsymptome, Diagnose und Behandlung.
Hochstehende Eckzähne sind Eckzähne, die oberhalb der übrigen Zahnreihe oder außerhalb des normalen Zahnbogens durchbrechen, anstatt ihre vorgesehene Position zwischen den Nachbarzähnen einzunehmen. Besonders auffällig ist dies häufig im Oberkiefer, wenn ein Eckzahn deutlich oberhalb der anderen Zähne, zur Lippe hin oder außerhalb der regulären Zahnreihe erscheint.
Ein hochstehender Eckzahn ist nicht automatisch ein retinierter oder impaktierter Eckzahn. Ist der Zahn bereits in die Mundhöhle durchgebrochen, befindet sich jedoch zu hoch oder außerhalb des Zahnbogens, handelt es sich um einen durchgebrochenen Zahn in einer abweichenden Position. Ein ektopisch verlagerter Eckzahn folgt einem ungewöhnlichen Durchbruchsweg und kann außerhalb des Zahnbogens erscheinen oder nicht regelrecht durchbrechen. Ein nicht durchgebrochener oder retinierter Eckzahn bleibt teilweise oder vollständig unter dem Zahnfleisch beziehungsweise im Kieferknochen. Diese Situationen müssen voneinander unterschieden werden, da Diagnostik und Behandlung unterschiedlich ausfallen können.
Wie sich hochstehende Eckzähne im Alltag bemerkbar machen können
Bei manchen Menschen steht vor allem die sichtbare Veränderung des Lächelns im Vordergrund. Der Eckzahn kann deutlich oberhalb der normalen Zahnreihe liegen, während benachbarte Zähne eng stehen, sich überlappen oder verschoben erscheinen. Bei anderen erschwert die Zahnposition vor allem die Mundhygiene.
Hochstehende Eckzähne können verbunden sein mit:
- sichtbarer Asymmetrie des Lächelns oder Zahnbogens,
- Zahnengstand oder Überlappung benachbarter Zähne,
- erschwerter Reinigung mit Zahnbürste und Interdentalhilfsmitteln,
- Speiseresten in schwer zugänglichen Bereichen,
- Reizung von Zahnfleisch oder Lippe bei ungünstiger Zahnposition,
- Verschiebung benachbarter Zähne,
- einem verbliebenen Milch-Eckzahn oder einer Lücke an der erwarteten Position des bleibenden Eckzahns.
Hochstehende Eckzähne verursachen häufig keine Schmerzen. Schmerzfreiheit sagt jedoch nichts darüber aus, ob ausreichend Platz vorhanden ist oder ob Durchbruchsrichtung und Verhältnis zu den Wurzeln der Nachbarzähne günstig sind.
Häufige Ursachen hochstehender Eckzähne
Zu wenig Platz im Zahnbogen
Ein häufiger Faktor ist unzureichender Platz für den bleibenden Eckzahn. Die Zahnbreiten können im Verhältnis zum verfügbaren Zahnbogen zu groß sein oder benachbarte Zähne können bereits einen Teil des benötigten Platzes einnehmen. Hochstehende Eckzähne können daher zusammen mit einem allgemeinen Zahnengstand auftreten.
Ist Platzmangel ein wesentlicher Teil des Problems, kann die kieferorthopädische Behandlung zunächst darauf ausgerichtet sein, ausreichenden Platz für den Eckzahn zu schaffen. Weitere Informationen zu diesem Behandlungsweg finden Sie bei ZagrebMed unter Korrektur von Zahnengstand. Ob dieser Ansatz im konkreten Fall sinnvoll ist, lässt sich erst nach einer individuellen kieferorthopädischen Beurteilung entscheiden.
Abweichender Durchbruchsweg
Ein bleibender Eckzahn kann sich entlang eines Weges entwickeln oder bewegen, der nicht direkt zu seiner vorgesehenen Position im Zahnbogen führt. Dies wird als ektopischer Zahndurchbruch oder Verlagerung bezeichnet. Der Zahn kann dadurch hoch, zur Lippen- oder Gaumenseite hin durchbrechen oder vollständig im Kiefer verbleiben.
Der Durchbruchsweg kann unter anderem vom verfügbaren Platz, von Position und Form benachbarter Zähne, von der Zahnentwicklung und von erblichen Entwicklungsmustern beeinflusst werden. Nicht bei jedem Patienten lässt sich eine einzelne eindeutige Ursache feststellen.
Verbliebener Milch-Eckzahn und asymmetrischer Zahndurchbruch
Wenn ein Milch-Eckzahn bestehen bleibt, obwohl der bleibende Eckzahn auf der Gegenseite bereits durchgebrochen ist, sollte eine kieferorthopädische Beurteilung erwogen werden. Ein verbliebener Milchzahn beweist nicht, dass der bleibende Eckzahn retiniert ist, kann aber mit einem verzögerten oder veränderten Durchbruch verbunden sein.
Auch ein deutlicher Unterschied zwischen rechter und linker Seite während der Zahnentwicklung kann Anlass für eine frühzeitige Kontrolle sein. Bei Kindern und Jugendlichen hilft eine rechtzeitige Beurteilung zu klären, ob der Zahndurchbruch regelrecht voranschreitet, zunächst beobachtet werden kann oder kieferorthopädische Maßnahmen sinnvoll sind.
Wann hochstehende Eckzähne untersucht werden sollten
Ein hochstehender Eckzahn ist in der Regel kein zahnmedizinischer Notfall. Eine kieferorthopädische Untersuchung ist dennoch sinnvoll, wenn ein bleibender Eckzahn deutlich außerhalb des Zahnbogens durchbricht, ausgeprägter Platzmangel besteht, nur einer der beiden Eckzähne durchgebrochen ist oder ein Milch-Eckzahn bestehen bleibt, während sich der bleibende Zahn verzögert.
Auch bei einer zunehmenden Verschiebung benachbarter Zähne, erschwerter Reinigung oder auffällig verzögertem Zahndurchbruch sollte die Untersuchung nicht unnötig hinausgeschoben werden.
Schmerzen, zunehmende Schwellung des Zahnfleisches oder Gesichts, eitriger Ausfluss, Fieber oder andere Zeichen einer Infektion sollten zeitnah zahnärztlich abgeklärt werden. Solche Beschwerden sind für einen einfachen hochstehenden Eckzahn nicht typisch und können auf ein zusätzliches Zahnproblem hinweisen.
Wie hochstehende Eckzähne diagnostiziert werden
Kieferorthopädische Untersuchung und Platzanalyse
Der erste Schritt ist meist eine kieferorthopädische Untersuchung. Dabei werden der Durchbruch der Zähne, die Position des Eckzahns, der verfügbare Platz im Zahnbogen, der Biss, verbliebene Milchzähne und die Stellung benachbarter Zähne beurteilt. Bei Kindern und Jugendlichen sind zudem die Entwicklung beider Seiten und das Stadium des Zahnwechsels wichtig.
Fotografien, digitale Scans oder Abformungen und kieferorthopädische Messungen können zur Behandlungsplanung gehören. Die klinische Untersuchung hilft außerdem dabei, einen bereits hoch durchgebrochenen Eckzahn von einem noch im Knochen liegenden ektopischen oder retinierten Eckzahn zu unterscheiden.
Röntgenologische Lokalisation bei Bedarf
Eine Röntgenaufnahme kann erforderlich sein, wenn die Lage des bleibenden Eckzahns klinisch nicht ausreichend beurteilt werden kann. Eine Panoramaaufnahme oder eine andere zweidimensionale Zahnaufnahme liefert häufig bereits wichtige Informationen über Durchbruchsrichtung, Platzangebot und die Beziehung zu benachbarten Zähnen.
Eine CBCT ist nicht routinemäßig bei jedem hochstehenden oder nicht durchgebrochenen Eckzahn erforderlich. Eine dreidimensionale Bildgebung kann in ausgewählten Fällen sinnvoll sein, wenn konventionelle Aufnahmen keine ausreichende Information über die genaue Lage des Zahns, seine Beziehung zu benachbarten Zahnwurzeln, mögliche Wurzelveränderungen oder die Planung einer komplexeren kieferorthopädisch-chirurgischen Behandlung liefern. Entscheidend ist, ob die zusätzliche Information die klinische Planung beeinflussen kann.
Was der nächste Schritt beinhalten kann
Platz schaffen und den Eckzahn kieferorthopädisch bewegen
Ist der Eckzahn bereits durchgebrochen, steht aber zu hoch oder außerhalb des Zahnbogens, kann die Behandlung zunächst ausreichend Platz schaffen und den Zahn anschließend kontrolliert in eine günstigere Position bewegen. Die genaue Vorgehensweise hängt vom Ausmaß des Engstands, vom Biss, von den Wurzelpositionen, vom Alter, vom Zustand des Zahnhalteapparats und von der Ausgangsposition des Eckzahns ab.
Das Schaffen von Platz erfolgt nicht bei allen Patienten auf die gleiche Weise. Verschiedene kieferorthopädische Strategien sind möglich. Ob andere Zähne entfernt werden müssen, kann erst anhand der vollständigen Befunde entschieden werden. Daher kann weder grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass Extraktionen notwendig sind, noch dass sie in jedem Fall vermieden werden können.
Wenn der Eckzahn nicht durchgebrochen oder retiniert ist
Ein retinierter Eckzahn erfordert eine andere Beurteilung als ein Zahn, der bereits hoch in die Mundhöhle durchgebrochen ist. Abhängig von Zahnposition und Behandlungsplan kann der Kieferorthopäde zunächst Platz im Zahnbogen schaffen. In ausgewählten Fällen kann anschließend ein Oralchirurg oder ein anderer entsprechend qualifizierter zahnärztlicher Chirurg eine chirurgische Freilegung des retinierten Eckzahns durchführen. Am Zahn kann ein kieferorthopädisches Attachment befestigt werden, über das eine kontrollierte orthodontische Traktion den Zahn schrittweise in Richtung Zahnbogen führt.
Eine solche Operation ist nicht bei jedem verlagerten Eckzahn notwendig. Die chirurgische Freilegung eines retinierten Eckzahns sollte zudem nicht automatisch als Kortikotomie bezeichnet werden. Die geeignete chirurgische Technik richtet sich nach Zahnposition und umgebendem Gewebe.
Es kann auch nicht garantiert werden, dass jeder retinierte Eckzahn in den Zahnbogen eingeordnet werden kann oder sollte. Die Prognose hängt unter anderem von Lage und Neigung des Zahns, der Beziehung zu benachbarten Wurzeln, dem verfügbaren Platz, der Zahn- und Parodontalgesundheit, dem Alter und den Behandlungsrisiken ab. In bestimmten Situationen können Beobachtung oder eine andere zahnmedizinische Lösung sinnvoller sein.
Behandlungsmöglichkeiten für Erwachsene
Hochstehende und ektopisch verlagerte Eckzähne können auch im Erwachsenenalter untersucht und behandelt werden. Bei der Planung werden insbesondere die parodontale Gesundheit, vorhandene Restaurationen oder Zahnersatz, frühere kieferorthopädische Bewegungen, das Platzangebot und die Beziehung des Eckzahns zu benachbarten Wurzeln berücksichtigt. Das Alter allein entscheidet nicht darüber, ob eine orthodontische Zahnbewegung möglich ist. Maßgeblich ist der gesamte klinische und radiologische Befund.
Retention nach der kieferorthopädischen Behandlung
Nach Abschluss der aktiven Zahnbewegung ist in der Regel eine Retentionsphase erforderlich, um die erreichte Zahnposition zu stabilisieren. Art und Tragedauer des Retainers richten sich nach dem Behandlungsergebnis, der ursprünglichen Zahnposition und dem individuellen Risiko erneuter Zahnbewegungen. Retention ist daher Bestandteil der gesamten kieferorthopädischen Therapieplanung.
Was Sie vor einem Termin vorbereiten können
Vor der kieferorthopädischen Untersuchung ist es hilfreich zu wissen, wann der bleibende Eckzahn erstmals sichtbar wurde, ob sich seine Position verändert hat und ob der Eckzahn auf der Gegenseite normal durchgebrochen ist. Bei Kindern und Jugendlichen sollte angegeben werden, ob der Milch-Eckzahn noch vorhanden ist und ob deutliche Unterschiede zwischen rechter und linker Seite bestehen.
Falls vorhanden, können frühere Panorama- oder andere Zahnaufnahmen, kieferorthopädische Unterlagen, Fotos und Informationen über frühere zahnärztliche oder kieferorthopädische Behandlungen vorbereitet werden. Erwähnen Sie auch Schwierigkeiten bei der Reinigung, Zahnfleischreizungen, Schmerzen, frühere Zahnextraktionen sowie Bedenken wegen Engstand oder Biss.
Wenn Sie nicht sicher sind, ob ein sichtbar hochstehender Eckzahn lediglich kieferorthopädisch eingeordnet werden muss oder weitere Diagnostik erforderlich ist, können Sie ZagrebMed eine kurze Beschreibung der Situation und vorhandene zahnmedizinische Unterlagen senden. ZagrebMed kann Ihre Anfrage zu einer geeigneten kieferorthopädischen Untersuchung und dem nächsten sinnvollen Schritt in Zagreb weiterleiten.