Offener Biss

Bei einem offenen Biss berühren sich einige obere und untere Zähne beim Zubeißen nicht. Erfahren Sie mehr über Ursachen, Diagnose und Behandlung.

Ein offener Biss ist eine Form der Fehlstellung, bei der sich einige obere und untere Zähne beim normalen Zubeißen nicht berühren. Am häufigsten bleibt zwischen den Frontzähnen eine sichtbare Lücke bestehen, obwohl die Backenzähne Kontakt haben. Dies wird als frontaler oder anteriorer offener Biss bezeichnet. Seltener berühren sich die Frontzähne, während einige Seitenzähne keinen Kontakt haben. In diesem Fall spricht man von einem seitlichen beziehungsweise posterioren offenen Biss.

Bei manchen Menschen fällt der offene Biss hauptsächlich durch das Aussehen des Lächelns auf. Bei anderen kann er alltägliche Funktionen beeinflussen. Wenn sich die Frontzähne nicht berühren, kann es schwierig sein, mit den Schneidezähnen durch ein Sandwich, Pizza, Obst oder andere Lebensmittel abzubeißen. Einige Menschen bemerken auch Veränderungen beim Kauen, Schlucken oder bei der Aussprache bestimmter Laute. Solche Beschwerden treten jedoch nicht bei allen Menschen mit offenem Biss auf.

Ein offener Biss kann aus unterschiedlichen Gründen und in verschiedenen Lebensphasen entstehen. Bei manchen Patienten liegt die Hauptursache in der Stellung oder dem Durchbruch der Zähne. Bei anderen spielen Wachstum und Verhältnis der Kiefer eine größere Rolle. Auch bestimmte orale Gewohnheiten sowie Position und Funktion der Zunge können Teil des Gesamtbildes sein. Da zwei äußerlich ähnlich aussehende offene Bisse unterschiedliche Ursachen haben können, ist eine kieferorthopädische Untersuchung wichtig, bevor entschieden wird, ob eine Behandlung notwendig ist und welche Therapie geeignet sein könnte.

Wie ein offener Biss den Alltag beeinflussen kann

Die Auswirkungen hängen davon ab, wo der Zahnkontakt fehlt und wie stark der offene Biss ausgeprägt ist. Ein leichter offener Biss verursacht möglicherweise kaum funktionelle Beschwerden, während eine größere Öffnung beim Essen oder anderen täglichen Funktionen deutlicher auffallen kann.

  • Abbeißen: Wenn sich die Frontzähne nicht berühren, kann es schwierig sein, Lebensmittel mit den Schneidezähnen abzubeißen. Manche Menschen benutzen dafür unbewusst die Seitenzähne.
  • Kauen: Bei einigen Patienten kann das Kauen weniger effizient sein, weil die Zahnkontakte nicht gleichmäßig verteilt sind.
  • Sprechen: Die Stellung der Zähne und der Zunge kann bei manchen Menschen die Aussprache bestimmter Laute beeinflussen. Ein offener Biss führt jedoch nicht automatisch zu einer Sprachstörung.
  • Schlucken und Zungenposition: Bei einigen Patienten liegt die Zunge in Ruhe oder beim Schlucken zwischen den Frontzähnen. Bei anderen kann sich die Zunge lediglich an die bereits vorhandene Lücke anpassen.
  • Aussehen: Die sichtbare Lücke zwischen den oberen und unteren Frontzähnen kann als ästhetisch störend empfunden werden.

Diese Merkmale können einzeln oder gemeinsam auftreten. Allein anhand des Aussehens lässt sich nicht feststellen, ob die Ursache überwiegend dental, funktionell oder durch das Wachstum der Kiefer bedingt ist.

Häufige Ursachen eines offenen Bisses

Ein offener Biss gilt als multifaktorielles Problem. Das bedeutet, dass mehrere Faktoren zu seiner Entstehung beitragen können. Die Unterscheidung zwischen den verschiedenen Ursachen ist wichtig, da ein überwiegend dentaler offener Biss möglicherweise anders behandelt wird als eine ausgeprägte skelettale Fehlstellung.

Dentaler und dentoalveolärer offener Biss

Bei einem dentalen oder dentoalveolären offenen Biss stehen vor allem die Position, Neigung oder der Durchbruch der Zähne und ihrer umgebenden Strukturen im Vordergrund. Eine größere Fehlstellung der knöchernen Kieferstrukturen ist dabei nicht unbedingt vorhanden.

Im Kindesalter können lang anhaltendes Daumen- oder Fingerlutschen sowie eine über längere Zeit fortgesetzte Nutzung eines Schnullers die Stellung der sich entwickelnden Frontzähne beeinflussen und zur Entstehung eines anterioren offenen Bisses beitragen. Entscheidend sind unter anderem Häufigkeit und Dauer der Gewohnheit sowie die jeweilige Phase der Zahn- und Gesichtsentwicklung.

Auch das Durchbruchsmuster und die Stellung der Front- oder Seitenzähne können eine Rolle spielen. Deshalb können zwei Patienten mit einer äußerlich ähnlichen Lücke unterschiedliche kieferorthopädische Befunde haben.

Skelettale Ursachen und Kieferwachstum

Bei einem skelettalen offenen Biss spielen die Beziehung zwischen Ober- und Unterkiefer sowie das vertikale Wachstumsmuster eine größere Rolle. Gesichtswachstum, Stellung und Rotation der Kiefer sowie erbliche kraniofaziale Merkmale können beeinflussen, wie die oberen und unteren Zähne aufeinandertreffen.

Die Unterscheidung zwischen dentalen und skelettalen Ursachen ist besonders wichtig bei Jugendlichen, die noch wachsen, sowie bei Erwachsenen, bei denen das Kieferwachstum weitgehend abgeschlossen ist. Ein ausgeprägtes skelettales Muster kann eine andere Behandlungsstrategie erfordern als ein offener Biss, der überwiegend durch die Zahnstellung verursacht wird.

Zungenposition und orale Funktion

Bei einem anterioren offenen Biss werden häufig auch Position und Funktion der Zunge untersucht. Eine Zunge, die in Ruhe oder beim Schlucken zwischen den Frontzähnen liegt, kann die auf die Zähne wirkenden Kräfte beeinflussen. Der Zusammenhang ist jedoch nicht immer eindeutig. Bei manchen Patienten kann die Zungenposition an der Entstehung oder Aufrechterhaltung des offenen Bisses beteiligt sein. Bei anderen bewegt sich die Zunge möglicherweise nach vorne, weil die Lücke zwischen den Zähnen bereits vorhanden ist.

Ein sogenanntes Zungenpressen oder eine auffällige Zungenposition sollte deshalb nicht automatisch als Ursache des offenen Bisses betrachtet werden. Je nach Befund kann der Kieferorthopäde Zungenruhelage, Schluckmuster, Lippenfunktion, orale Gewohnheiten und weitere funktionelle Aspekte beurteilen.

Wenn zusätzlich anhaltende Probleme beim Sprechen, Schlucken oder Atmen bestehen, kann eine Untersuchung durch andere geeignete Fachpersonen sinnvoll sein. Eine kieferorthopädische Behandlung sollte nicht automatisch als Lösung für unabhängige Sprach-, Atemwegs- oder Schluckprobleme betrachtet werden.

Offener Biss bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen

Bei Kindern kann ein Kieferorthopäde beurteilen, wie sich Zähne und Kiefer entwickeln und ob Gewohnheiten wie Daumenlutschen oder Schnullernutzung noch bestehen. Einige Veränderungen des Bisses können sich im Verlauf des Wachstums, nach Beendigung einer Gewohnheit oder mit dem Durchbruch der bleibenden Zähne verändern. Andere Situationen sollten kontrolliert oder gegebenenfalls frühzeitig behandelt werden. Eine frühe Untersuchung bedeutet nicht automatisch, dass sofort eine Behandlung begonnen werden muss.

Bei Jugendlichen sind in der Regel bereits viele oder alle bleibenden Zähne vorhanden. Gleichzeitig kann verbleibendes Kieferwachstum bei der Behandlungsplanung berücksichtigt werden. In dieser Phase lässt sich häufig besser einschätzen, ob der offene Biss überwiegend dental, skelettal, funktionell oder durch mehrere Faktoren bedingt ist.

Bei Erwachsenen bleibt diese Unterscheidung ebenfalls entscheidend, das Kieferwachstum ist jedoch weitgehend abgeschlossen. Viele dentale offene Bisse können kieferorthopädisch behandelt werden. Bei einer ausgeprägteren skelettalen Fehlstellung kann eine umfassendere Beurteilung notwendig sein, um festzustellen, was mit einer alleinigen Zahnbewegung realistisch erreicht werden kann.

Mögliche Beschwerden und Anzeichen eines offenen Bisses

Das charakteristischste Merkmal ist, dass sich ein Teil der oberen und unteren Zähne beim normalen Zubeißen nicht berührt. Zusätzlich können folgende Merkmale auftreten:

  • Schwierigkeiten beim Abbeißen mit den Frontzähnen
  • eine sichtbare Lücke zwischen den oberen und unteren Frontzähnen, obwohl die Backenzähne Kontakt haben
  • fehlender Kontakt einzelner Seitenzähne bei einem posterioren offenen Biss
  • veränderte oder weniger effiziente Kaubewegungen
  • Bewegung der Zunge zwischen die Zähne beim Schlucken oder Sprechen
  • Schwierigkeiten bei der Aussprache bestimmter Laute bei einigen Patienten
  • weitere kieferorthopädische Fehlstellungen der Zähne oder Kiefer

Keines dieser Merkmale bestimmt für sich allein die Ursache. Aussagekräftiger ist die gemeinsame Beurteilung von Alter, Gesichtswachstum, Kieferentwicklung, Zahnstellung, oralen Gewohnheiten und funktionellen Befunden.

Wann sollte ein offener Biss untersucht werden?

Ein offener Biss ist normalerweise kein Notfall. Die meisten Patienten suchen eine kieferorthopädische Untersuchung auf, weil die Fehlstellung zunehmend auffällt oder weil sie das Abbeißen, Kauen, Aussehen oder andere Funktionen beeinflusst. Ein anhaltender offener Biss bei einem Kind, Jugendlichen oder Erwachsenen ist ein sinnvoller Grund für eine kieferorthopädische Beurteilung, insbesondere wenn er ausgeprägter wird oder die Funktion beeinträchtigt.

Eine zeitnahe zahnärztliche oder medizinische Untersuchung ist sinnvoll, wenn sich der Biss nach einer Verletzung des Gesichts oder Kiefers plötzlich verändert. Dies gilt besonders bei starken Schmerzen, Schwellungen, abgebrochenen oder verschobenen Zähnen, eingeschränkter Kieferbeweglichkeit oder einer neuen Veränderung des Bisses, die vor dem Trauma nicht vorhanden war.

Anhaltende Atem-, Schluck- oder Sprachprobleme sollten ebenfalls eigenständig abgeklärt und nicht ohne entsprechende Untersuchung automatisch dem offenen Biss zugeschrieben werden.

Wie wird ein offener Biss diagnostiziert?

Kieferorthopädische Untersuchung

Der erste Schritt ist in der Regel eine kieferorthopädische Untersuchung. Der Kieferorthopäde beurteilt, welche Zähne keinen Kontakt haben, wo sich die Öffnung befindet und wie groß sie ist. Außerdem werden die Zahnstellung, die Beziehung zwischen Ober- und Unterkieferzahnbogen sowie die Gesichts- und Kieferverhältnisse untersucht.

Auch die Vorgeschichte ist wichtig. Bei Kindern und Jugendlichen kann nach Daumen- oder Fingerlutschen, Schnullernutzung, früheren kieferorthopädischen Behandlungen, Wachstum und dem Zeitpunkt gefragt werden, zu dem die Veränderung erstmals bemerkt wurde. Bei Erwachsenen ist es hilfreich zu wissen, ob bereits eine kieferorthopädische Behandlung durchgeführt wurde und ob sich der Biss danach erneut geöffnet hat.

Funktionelle Untersuchung und Bildgebung

Je nach Befund kann die Untersuchung auch die Zungenposition, das Schluckmuster, die Lippenfunktion, das Kauen und orale Gewohnheiten umfassen. Bei zusätzlichen Sprach- oder Atemproblemen kann der Kieferorthopäde eine weiterführende Untersuchung empfehlen, anstatt davon auszugehen, dass diese Beschwerden ausschließlich durch den Biss verursacht werden.

Fotos, digitale Zah Scans oder Abdrücke können verwendet werden, um die Zahnstellung und den Biss zu dokumentieren. Röntgenaufnahmen werden eingesetzt, wenn sie für die Diagnose oder Behandlungsplanung relevante Informationen liefern. Je nach Fall können sie bei der Beurteilung der Zahnstellung, noch nicht durchgebrochener Zähne, der Kieferbeziehung und des zugrunde liegenden Wachstumsmusters helfen. Nicht jeder Patient benötigt dieselbe Art der Bildgebung.

Wie kann der nächste Schritt aussehen?

Der nächste Schritt hängt weniger von der sichtbaren Größe der Lücke ab als von der Frage, warum sich die Zähne nicht berühren. Alter, verbleibendes Wachstum, Zahnstellung, Kieferbeziehung, orale Gewohnheiten, funktionelle Befunde, frühere Behandlungen und die Ausprägung des offenen Bisses können die Therapieplanung beeinflussen.

Bei einem Kind im Wachstum kann der Kieferorthopäde eine Beobachtung, das Beenden einer länger bestehenden oralen Gewohnheit, funktionelle Maßnahmen oder eine kieferorthopädische Behandlung empfehlen, wenn eine entsprechende Indikation besteht. Entscheidend ist, die Behandlung auf die Entwicklungsphase von Zähnen und Kiefer abzustimmen und nicht davon auszugehen, dass jeder offene Biss sofort mit einer Zahnspange behandelt werden muss.

Bei Jugendlichen und Erwachsenen mit einem geeigneten dentalen oder dentoalveolären Befund kann die Therapie eine feste Zahnspange oder transparente Aligner umfassen. Je nach Ursache können unterschiedliche kieferorthopädische Mechaniken eingesetzt werden, um die Position der Frontzähne, der Seitenzähne oder beider Bereiche zu verändern.

Weitere Informationen finden Sie auf der ZagrebMed-Seite zur Korrektur eines offenen Bisses. Ob im individuellen Fall eine feste Zahnspange, Aligner oder eine andere Behandlung geeignet ist, lässt sich erst nach einer persönlichen kieferorthopädischen Untersuchung beurteilen.

Wenn funktionelle Auffälligkeiten eine größere Rolle spielen, kann eine Zusammenarbeit mit weiteren Fachpersonen sinnvoll sein. Je nach Befund können beispielsweise eine Untersuchung der Sprach- und Schluckfunktion oder eine Abklärung anhaltender nasaler oder atmungsbezogener Beschwerden empfohlen werden. Eine solche interdisziplinäre Zusammenarbeit ist nicht bei jedem offenen Biss notwendig.

Bei ausgewählten Erwachsenen mit einer ausgeprägten skelettalen Fehlstellung kann die Untersuchung zeigen, dass sich das Verhältnis der Kiefer nicht vollständig durch eine alleinige kieferorthopädische Zahnbewegung korrigieren lässt. In solchen ausgewählten Fällen kann eine kombinierte kieferorthopädische und orthognathe chirurgische Behandlung als möglicher Behandlungsweg besprochen werden. Hierfür ist eine separate fachärztliche Beurteilung erforderlich.

Die Retention ist ein wichtiger Teil der langfristigen Planung nach der aktiven kieferorthopädischen Behandlung. Bei einem offenen Biss kann ein Risiko bestehen, dass sich die Fehlstellung teilweise wieder entwickelt. Dies gilt insbesondere, wenn Faktoren wie Wachstum, orale Gewohnheiten, Zungenposition, skelettale Verhältnisse oder andere individuelle Merkmale weiterhin eine Rolle spielen. Retainer und Kontrolluntersuchungen werden deshalb individuell geplant. Keine kieferorthopädische Behandlung kann garantieren, dass ein offener Biss ohne Berücksichtigung der langfristigen Stabilität und Retention dauerhaft geschlossen bleibt.

Was sollten Sie vor einem kieferorthopädischen Termin vorbereiten?

Wenn Sie eine Untersuchung wegen eines offenen Bisses anfragen, können einige Informationen die erste Einschätzung erleichtern:

  • Alter des Patienten und Zeitpunkt, zu dem der offene Biss erstmals bemerkt wurde
  • ob die Lücke hauptsächlich die Frontzähne betrifft oder auch einige Seitenzähne keinen Kontakt haben
  • ob sich der Biss im Laufe der Zeit verändert
  • ob Schwierigkeiten beim Abbeißen von Sandwiches, Obst oder anderen Lebensmitteln bestehen
  • ob Probleme beim Kauen, Schlucken, Sprechen oder Atmen auftreten
  • aktuelle oder frühere Gewohnheiten wie Daumen-, Fingerlutschen oder Schnullernutzung
  • frühere kieferorthopädische Behandlungen und mögliche Veränderungen des Bisses nach Therapieende
  • vorhandene Röntgenaufnahmen, Fotos, digitale Scans oder frühere kieferorthopädische Befunde
  • welche Fragen Sie mit der Untersuchung klären möchten, zum Beispiel ob eine Behandlung erforderlich ist, welche Rolle das Kieferwachstum spielt oder ob eine feste Zahnspange oder Aligner infrage kommen

Wenn Sie eine Untersuchung oder Behandlung eines offenen Bisses in Zagreb suchen, können Sie ZagrebMed eine kurze Beschreibung der Situation sowie vorhandene zahnärztliche oder kieferorthopädische Unterlagen senden. ZagrebMed kann Ihnen helfen, Ihre Anfrage an eine passende kieferorthopädische Untersuchung und geeignete Behandlungsmöglichkeiten in Zagreb weiterzuleiten.