Handgelenkschmerzen

Handgelenkschmerzen können durch Verletzungen, Sehnen, Gelenke, Zysten oder Nervenkompression entstehen. Erfahren Sie mehr über Symptome, Diagnose und Behandlung.

Handgelenkschmerzen sind Beschwerden im Bereich des Gelenks, das Hand und Unterarm miteinander verbindet. Sie können plötzlich nach einem Sturz, Stoß oder einer unkontrollierten Bewegung auftreten. Ebenso können sie sich allmählich durch wiederholte Bewegungen, Sport, längere Computerarbeit, das Heben von Lasten oder degenerative Gelenkveränderungen entwickeln.

Die Schmerzen können auf der Daumenseite, der Kleinfingerseite, dem Handrücken oder der Handflächenseite des Handgelenks liegen. Manche Menschen bemerken sie nur beim Greifen, Drehen eines Schlüssels, Öffnen eines Glases, Heben eines Kindes, Bedienen einer Maus oder Abstützen auf der Hand. Bei anderen treten Ruheschmerzen, Steifigkeit, Schwellung, eine tastbare Vorwölbung, ein Schnappen, Kraftverlust, Kribbeln oder Taubheitsgefühle auf.

Ort und Verlauf der Schmerzen reichen nicht aus, um eine Diagnose zu stellen. Sie können jedoch dabei helfen, zwischen einer Verletzung, einer Sehnenreizung, einer Gelenkerkrankung, einem Ganglion oder einer Nervenkompression zu unterscheiden.

Wie sich Handgelenkschmerzen anfühlen können

Die Beschwerden können dumpf, brennend, stechend oder scharf sein. Sie können ständig vorhanden sein oder nur bei bestimmten Bewegungen auftreten. Nach einer Verletzung kommen häufig Druckempfindlichkeit, Blutergüsse und Schwellungen hinzu. Langsam zunehmende Beschwerden werden oft beim Greifen, Bewegen des Daumens, Tippen, Sport oder bei körperlicher Arbeit stärker.

Schmerzen an der Daumenbasis können mit einer Sehnenreizung, einer Arthrose des Daumensattelgelenks oder einer Verletzung des Kahnbeins zusammenhängen. Schmerzen auf der Kleinfingerseite können Sehnen, Bänder, Knorpelstrukturen wie den triangulären fibrokartilaginären Komplex oder die ulnare Gelenkseite betreffen. Eine Vorwölbung auf dem Handrücken oder der Handflächenseite kann einem Ganglion entsprechen, sollte aber besonders bei Schmerzen oder Wachstum untersucht werden.

Häufige Ursachen von Handgelenkschmerzen

Verletzungen von Knochen, Bändern und Knorpel

Ein Sturz auf die ausgestreckte Hand, eine Sportverletzung, ein direkter Schlag oder eine starke Verdrehung können Knochen und Weichteile schädigen. Bei einer Verstauchung werden ein oder mehrere Bänder überdehnt oder verletzt. Schwerere Verletzungen können eine Instabilität, Knorpelschäden oder einen Bruch der distalen Speiche, des Kahnbeins oder eines anderen Handwurzelknochens verursachen.

Einige Frakturen führen sofort zu starken Schmerzen, Schwellungen und einer Fehlstellung. Andere, insbesondere bestimmte Kahnbeinfrakturen, können zunächst wie eine leichte Verstauchung wirken. Anhaltende Schmerzen an der Daumenbasis nach einem Sturz sollten deshalb auch bei geringer Schwellung und noch möglicher Bewegung ärztlich abgeklärt werden.

Sehnenreizungen und wiederholte Belastungen

Die Sehnen am Handgelenk übertragen die Kraft der Unterarmmuskulatur auf Hand und Finger. Wiederholtes Greifen, Heben, Golf, Schlägersportarten, manuelle Arbeit, eine lange Gerätenutzung oder eine plötzliche Belastungssteigerung können eine Sehne und ihre Sehnenscheide reizen.

Die de-Quervain-Tendovaginitis verursacht typischerweise Schmerzen und Druckempfindlichkeit auf der Daumenseite des Handgelenks. Die Beschwerden können beim Bewegen des Daumens, Greifen, Heben oder Drehen zunehmen. Auch andere Sehnen können betroffen sein und Schwellungen, Schwäche oder ein Schnappen während der Bewegung verursachen.

Ganglien und degenerative Gelenkveränderungen

Ein Ganglion, umgangssprachlich auch Überbein genannt, ist eine mit Flüssigkeit gefüllte Vorwölbung in der Nähe eines Gelenks oder einer Sehne. Seine Größe kann sich verändern. Es kann beschwerdefrei sein, aber auch Druck, Schmerzen, eine eingeschränkte Beweglichkeit oder Beschwerden beim Abstützen auslösen. Ein sehr schmerzhaftes, hartes, schnell wachsendes oder gerötetes Ganglion sowie eine Vorwölbung mit Kribbeln oder Kraftverlust sollte untersucht werden.

Degenerative Veränderungen können nach und nach Knorpel und Knochen des Handgelenks betreffen. Eine Arthrose kann nach langjähriger Belastung, einer früheren Verletzung, einer Bandinstabilität oder einer Fraktur entstehen. Entzündlich-rheumatische Erkrankungen können ein oder beide Handgelenke betreffen und längere Morgensteifigkeit, Wärme, Schwellung sowie Beschwerden in weiteren Gelenken verursachen.

Nervenkompression und ausstrahlende Schmerzen

Schmerzen zusammen mit Kribbeln, Taubheit, Brennen oder Schwäche können auf eine Beteiligung von Nerven hinweisen. Beim Karpaltunnelsyndrom steht der Mittelnerv unter Druck. Die Beschwerden betreffen häufig Daumen, Zeigefinger, Mittelfinger und einen Teil des Ringfingers. Eine Kompression des Ellennervs kann Symptome am Kleinfinger und der angrenzenden Seite des Ringfingers hervorrufen.

Schmerzen oder Empfindungsstörungen in Hand und Handgelenk können manchmal aus dem Unterarm, Ellenbogen, der Schulter oder der Halswirbelsäule stammen. Die Verteilung der Taubheit, Veränderungen der Griffkraft, begleitende Nackenbeschwerden und der Untersuchungsbefund helfen dabei, den Ort der Störung einzugrenzen.

Begleitsymptome bei Handgelenkschmerzen

Zusätzliche Symptome können die weitere Diagnostik beeinflussen. Dazu gehören:

  • Schwellung, Bluterguss oder Druckempfindlichkeit nach einer Verletzung
  • Schmerzen beim Greifen, Heben, Tippen oder Drehen
  • Steifigkeit am Morgen oder nach einer Ruhephase
  • Knacken, Schnappen, Reiben oder ein Gefühl von Instabilität
  • eine sichtbare oder tastbare Vorwölbung
  • verminderte Griffkraft oder häufiges Fallenlassen von Gegenständen
  • Kribbeln, Taubheit, Brennen oder nächtliche Beschwerden
  • Rötung, Wärme, Fieber oder allgemeines Krankheitsgefühl
  • Ausstrahlung in die Hand, den Unterarm, Ellenbogen oder Nacken

Keines dieser Symptome bestätigt allein eine bestimmte Ursache. Eine Schwellung nach einem Sturz kann sowohl bei einer Verstauchung als auch bei einer Fraktur vorkommen. Kribbeln kann durch eine Nervenkompression an unterschiedlichen Stellen entstehen.

Wann Handgelenkschmerzen ärztlich abgeklärt werden sollten

Nach einer stärkeren Verletzung ist eine zeitnahe Untersuchung notwendig, wenn die Schmerzen stark sind, das Handgelenk verformt aussieht oder seine Farbe verändert hat, die Bewegung deutlich eingeschränkt ist oder Gegenstände nicht mehr gehalten werden können. Dabei müssen unter anderem ein Bruch, eine Verrenkung, eine relevante Bandverletzung sowie eine Schädigung von Nerven oder Blutgefäßen ausgeschlossen werden.

Die Abklärung sollte nicht verzögert werden, wenn die Hand blass, bläulich oder ungewöhnlich kalt wird, plötzlich Taubheit oder Schwäche auftritt oder eine offene Wunde vorhanden ist. Ein heißes, gerötetes und stark geschwollenes Handgelenk zusammen mit Fieber oder allgemeinem Unwohlsein benötigt ebenfalls eine rasche medizinische Beurteilung.

Ein regulärer Arzttermin ist sinnvoll, wenn die Schmerzen anhalten, wiederkehren, den Schlaf stören oder Arbeit und Alltag einschränken. Dies gilt auch bei zunehmender Steifigkeit, Kraftverlust, einem schmerzhaften Ganglion oder häufiger werdendem Kribbeln. Anhaltende Beschwerden nach einem scheinbar leichten Sturz sollten ebenfalls kontrolliert werden.

Wie Handgelenkschmerzen diagnostiziert werden

Krankengeschichte und körperliche Untersuchung

Zu Beginn wird meist geklärt, wann die Beschwerden angefangen haben, ob eine Verletzung vorausging, wo der Schmerz genau liegt und welche Bewegungen ihn verstärken. Auch Beruf, Sport, wiederholte Tätigkeiten, frühere Frakturen, Arthritis, weitere Erkrankungen sowie Kribbeln, Taubheit oder Schwäche sind relevant.

Bei der Untersuchung werden Schwellung, Druckempfindlichkeit, Fehlstellungen, Vorwölbungen, Beweglichkeit, Stabilität, Griffkraft, Durchblutung und Nervenfunktion beurteilt. Bestimmte Bewegungen und druckempfindliche Punkte können Hinweise darauf geben, ob Knochen, Bänder, Sehnen, Gelenke, ein Ganglion oder ein Nerv betroffen sind.

Bildgebung und weitere Untersuchungen

Eine Röntgenuntersuchung kann nach einem Trauma oder bei Verdacht auf eine Fraktur, Arthrose oder Fehlstellung notwendig sein. Ultraschall kann bestimmte Sehnen, Ganglien und oberflächliche Weichteile darstellen. Eine Magnetresonanztomografie kann detaillierte Informationen über Bänder, Knorpel, Sehnen, Nerven oder zunächst nicht sichtbare Knochenverletzungen liefern. Eine Computertomografie kann bei komplexen Frakturen und zur Beurteilung der Knochenstruktur eingesetzt werden.

Bei Verdacht auf eine Nervenkompression können Untersuchungen der Nervenleitgeschwindigkeit oder eine Elektromyografie erfolgen. Blutuntersuchungen sind nicht bei allen Handgelenkschmerzen erforderlich, können aber bei Verdacht auf eine entzündlich-rheumatische Erkrankung, Infektion oder systemische Ursache sinnvoll sein.

Was der nächste Schritt umfassen kann

Das weitere Vorgehen richtet sich nach Ursache, Dauer, Stärke und Auswirkung der Schmerzen auf die Handfunktion. Leichte Beschwerden durch eine vorübergehende Überlastung können sich nach Anpassung der Aktivitäten und zeitweiligem Schutz des Handgelenks bessern. Anhaltende, wiederkehrende, verletzungsbedingte oder neurologische Symptome benötigen eine gezieltere Abklärung.

Abhängig vom Befund kann der Behandlungsplan eine handchirurgische oder orthopädische Untersuchung, eine vorübergehende Ruhigstellung, Handtherapie, ärztlich empfohlene Medikamente oder eine ursachenspezifische Behandlung umfassen. Bei ausgewählten Sehnenerkrankungen oder Nervenkompressionen kann eine Injektion erwogen werden. Ein schmerzhaftes Ganglion kann beobachtet, punktiert oder operativ entfernt werden, abhängig von Lage, Beschwerden und Wiederauftreten.

Eine Operation kann bei einer instabilen Fraktur, einer deutlichen Band- oder Knorpelverletzung, anhaltender Nervenkompression, fortgeschrittenen degenerativen Veränderungen oder Beschwerden notwendig werden, die trotz einer geeigneten nichtoperativen Behandlung fortbestehen.

Was vor einem Arzttermin vorbereitet werden sollte

Für die Untersuchung sind folgende Informationen hilfreich:

  • Beginn der Schmerzen und ein möglicher vorausgegangener Unfall
  • genaue Lage und mögliche Ausstrahlung der Beschwerden
  • Bewegungen, Sportarten oder Tätigkeiten, die den Schmerz auslösen
  • Schwellungen, Vorwölbungen, Knacken, Kribbeln oder Schwäche
  • frühere Verletzungen, Frakturen, Operationen und Diagnosen
  • aktuelle Medikamente und relevante Vorerkrankungen
  • vorhandene Röntgen-, Ultraschall-, MRT-, CT- oder Facharztbefunde
  • bisherige Behandlungen und deren Wirkung auf die Beschwerden

Wenn Handgelenkschmerzen anhalten, zunehmen oder den Alltag beeinträchtigen, können Sie ZagrebMed eine kurze Beschreibung der Beschwerden und vorhandene medizinische Unterlagen senden. ZagrebMed kann dabei helfen, das Symptom mit einer geeigneten fachärztlichen Untersuchung, diagnostischen Leistung oder Behandlung in Zagreb zu verbinden.