Fersenschmerzen

Fersenschmerzen können von Plantarfaszie, Achillessehne, Verletzungen oder Knochenveränderungen ausgehen. Erfahren Sie mehr zu Diagnose und Behandlung.

Fersenschmerzen können unter, hinter, seitlich an oder tief in der Ferse auftreten. Sie können plötzlich nach einer Verletzung beginnen, sich durch wiederholte Belastung allmählich entwickeln oder bei den ersten Schritten nach dem Aufstehen besonders stark sein. Manche Betroffene beschreiben einen stechenden oder scharfen Schmerz, andere eher Brennen, Druck, Druckempfindlichkeit, Steifigkeit oder einen tiefen, dumpfen Schmerz, der beim Stehen und Gehen zunimmt.

Die genaue Lage und der zeitliche Verlauf liefern wichtige Hinweise, reichen allein jedoch nicht für eine Diagnose aus. Schmerzen unter der Ferse stehen häufig mit der Plantarfaszie oder dem dämpfenden Fettpolster unter dem Fersenbein in Verbindung. Schmerzen an der Rückseite können die Achillessehne, einen Schleimbeutel oder eine Reizung durch Schuhe betreffen. Tiefe, anhaltende oder verletzungsbedingte Schmerzen können eine Untersuchung auf knöcherne, gelenkbezogene, neurologische oder entzündliche Ursachen erforderlich machen.

Wie sich Fersenschmerzen anfühlen können

Schmerzen unter der Ferse

Schmerzen an der Unterseite der Ferse können beim ersten Auftreten nach dem Schlafen oder einer längeren Ruhephase besonders stechend sein. Nach einigen Minuten Bewegung lassen sie manchmal nach und kehren nach längerem Stehen, Gehen oder Sport zurück. Dieses Muster wird häufig mit einer Reizung oder degenerativen Veränderung der Plantarfaszie verbunden, kann jedoch auch andere Ursachen haben.

Ein druckartiges Gefühl in der Mitte der Ferse, ähnlich einem Bluterguss, kann vom Fersenfettpolster ausgehen. Diese Beschwerden sind häufig beim Barfußgehen oder auf harten Böden stärker.

Schmerzen hinter der Ferse

Schmerzen an der Rückseite der Ferse können am Ansatz der Achillessehne am Fersenbein auftreten. Begleitend sind Steifigkeit, eine lokale Verdickung, Druckempfindlichkeit oder Beschwerden beim Treppensteigen, Laufen und Zehenstand möglich. Auch die Reizung eines kleinen Schleimbeutels in der Nähe der Sehne kann zu Schwellung und Schuhdruckempfindlichkeit führen.

Ein knöcherner Vorsprung an der Rückseite der Ferse, häufig als Haglund-Deformität bezeichnet, kann an Schuhen reiben und die Sehne oder den Schleimbeutel reizen. Ein sichtbarer Knochenvorsprung erklärt jedoch nicht automatisch alle Beschwerden, weshalb auch das umliegende Weichteilgewebe untersucht werden sollte.

Tiefe oder seitliche Fersenschmerzen

Tiefe Schmerzen im Fersenbein können nach einer plötzlichen Steigerung von Lauftraining, Sprüngen, langen Gehstrecken oder anderen belastenden Aktivitäten entstehen. Eine Stressreaktion oder Stressfraktur des Fersenbeins ist eine mögliche Ursache, insbesondere wenn die Schmerzen fortschreiten und das Auftreten zunehmend schwerfällt.

Brennen, Kribbeln, elektrische Empfindungen oder Taubheit können auf eine Reizung oder Einengung eines Nervs hinweisen. Gelegentlich wird der Schmerz aus dem Sprunggelenk, Unterschenkel oder unteren Rücken in die Ferse übertragen.

Häufige Ursachen von Fersenschmerzen

Plantarfaszie und Fersenfettpolster

Die Plantarfasziopathie, häufig auch Plantarfasziitis genannt, gehört zu den häufigsten Ursachen für Schmerzen unter der Ferse. Die Plantarfaszie ist ein kräftiges Bindegewebsband, das das Fußgewölbe unterstützt und beim Gehen Belastungen überträgt. Wiederholte Überlastung, Veränderungen des Aktivitätsniveaus, eingeschränkte Beweglichkeit der Wadenmuskulatur, die Fußmechanik, ungeeignetes Schuhwerk und langes Stehen können die Beschwerden begünstigen.

Eine Reizung oder Ausdünnung des Fersenfettpolsters kann mittige Fersenschmerzen verursachen, die sich wie das Gehen auf einem Bluterguss anfühlen. Die Beschwerden können mit zunehmendem Alter, wiederholten Stößen, harten Untergründen oder unzureichender Dämpfung der Schuhe deutlicher werden.

Achillessehne, Schleimbeutel und knöcherne Ursachen

Eine Achillessehnentendinopathie kann die Sehne selbst oder ihren Ansatz am Fersenbein betreffen. Die Symptome können nach wiederholter Belastung, einer plötzlichen Trainingsumstellung, verminderter Belastbarkeit der Sehne oder intensiver Aktivität nach längerer Pause auftreten.

Eine Schleimbeutelentzündung kann lokale Schwellung, Wärme und Druckschmerz hinter der Ferse verursachen. Zu den knöchernen Ursachen gehören Stressverletzungen, Frakturen, arthritische Veränderungen oder strukturelle Auffälligkeiten. Ein Fersensporn kann im Röntgenbild auch bei Menschen ohne Schmerzen sichtbar sein und sollte daher nicht automatisch als Ursache angesehen werden.

Verletzung, Überlastung und Wachstum

Ein direkter Stoß, ein Sturz, eine ungünstige Landung oder eine Sportverletzung können das Fersenbein, die Achillessehne, Bänder oder umliegende Weichteile betreffen. Ein plötzliches Knacken mit anschließendem Schmerz, Schwellung, Schwäche oder Schwierigkeiten beim Zehenstand kann auf eine erhebliche Achillessehnenverletzung hindeuten.

Bei körperlich aktiven Kindern und Jugendlichen kann der Schmerz mit einer Reizung der Wachstumszone an der Rückseite des Fersenbeins zusammenhängen. Dieses Beschwerdebild wird als Morbus Sever bezeichnet, tritt häufig während Wachstumsschüben auf und verschlechtert sich oft beim Laufen oder Springen. Anhaltende Fersenschmerzen bei Kindern sollten untersucht und nicht automatisch als gewöhnlicher Wachstumsschmerz eingeordnet werden.

Entzündliche, neurologische und infektiöse Ursachen

Entzündliche Gelenkerkrankungen, Gicht, Nervenkompression, bestimmte systemische Erkrankungen und seltener eine Infektion können ebenfalls Fersenschmerzen verursachen. Diese Ursachen werden relevanter, wenn beide Füße betroffen sind, Schmerzen in Ruhe auftreten, eine lange Morgensteifigkeit besteht oder zusätzliche Gelenkschwellungen, Hautveränderungen, Fieber oder allgemeines Krankheitsgefühl hinzukommen.

Begleitende Beschwerden

Zusammen mit Fersenschmerzen können auftreten:

  • Steifigkeit am Morgen oder nach Ruhephasen
  • Schwellung, Wärme, Rötung oder sichtbare Verdickung
  • Ausstrahlung in das Fußgewölbe, Sprunggelenk oder die Wade
  • eingeschränkte Beweglichkeit des Sprunggelenks oder erschwertes Abstoßen
  • Hinken oder Unfähigkeit, das Bein vollständig zu belasten
  • Kribbeln, Brennen, Taubheit oder Schwäche
  • eine tastbare oder sichtbare Vorwölbung hinter der Ferse
  • Blutergüsse nach einer Verletzung

Die Kombination der Symptome beeinflusst den diagnostischen Weg. Ein Anlaufschmerz am Morgen unterscheidet sich beispielsweise von einem plötzlich auftretenden hinteren Fersenschmerz nach einem Sprung, einem brennenden Schmerz mit Taubheit oder einem tiefen Schmerz, der bei Belastung zunehmend stärker wird.

Wann Fersenschmerzen rasch untersucht werden sollten

Eine medizinische Untersuchung sollte nicht aufgeschoben werden, wenn die Schmerzen nach einer erheblichen Verletzung auftreten, sehr stark sind oder normales Gehen unmöglich machen. Eine zeitnahe Beurteilung kann erforderlich sein, wenn:

  • bei der Verletzung ein Knacken, Reißen oder Schnappen wahrgenommen wurde
  • Fuß oder Sprunggelenk sichtbar verformt sind
  • Auftreten, Treppensteigen oder Zehenstand nicht möglich sind
  • schnell starke Schwellungen, ausgedehnte Blutergüsse oder heftige Wadenschmerzen entstehen
  • die Ferse heiß, rot und stark geschwollen ist oder Fieber hinzukommt
  • eine offene Wunde, Sekretion oder eine rasch zunehmende Hautveränderung besteht
  • Taubheit, Schwäche oder ein Kontrollverlust des Fußes auftreten
  • der Schmerz regelmäßig den Schlaf unterbricht oder in Ruhe stark bleibt

Menschen mit Diabetes, Durchblutungsstörungen, vermindertem Gefühl in den Füßen oder geschwächtem Immunsystem sollten früher ärztlichen Rat einholen, besonders bei Wunden, Rötung, Schwellung oder Hautschäden.

Wie Fersenschmerzen diagnostiziert werden

Krankengeschichte und körperliche Untersuchung

Zu Beginn werden die genaue Schmerzstelle, der Beginn der Beschwerden, der stärkste Zeitpunkt und auslösende oder lindernde Aktivitäten erfragt. Weitere wichtige Angaben betreffen Veränderungen beim Sport, das Schuhwerk, berufliche Belastungen, frühere Verletzungen, Vorerkrankungen, Medikamente sowie die Frage, ob eine oder beide Fersen betroffen sind.

Bei der Untersuchung können Gangbild, Fußstellung, Beweglichkeit des Sprunggelenks, Flexibilität der Wadenmuskulatur, Druckempfindlichkeit der Plantarfaszie, Kontinuität der Achillessehne, Schwellungen, neurologische Symptome und die Fähigkeit zum Zehenstand beurteilt werden. Daraus ergibt sich, ob der Schmerz wahrscheinlich aus Weichteilen, Knochen, Gelenk, Nerv oder einem anderen Bereich stammt.

Bildgebung und zusätzliche Untersuchungen

Nicht bei jedem Fersenschmerz ist eine Bildgebung erforderlich. Ein Röntgenbild kann nach einem Trauma, bei Verdacht auf Fraktur oder relevante Knochenveränderungen sowie bei anhaltenden Beschwerden erwogen werden. Eine Ultraschalluntersuchung kann Plantarfaszie, Achillessehne, Schleimbeutel und bestimmte Weichteilveränderungen darstellen.

Eine MRT kann hilfreich sein, wenn die Ursache unklar bleibt, die Schmerzen stark oder lang anhaltend sind oder eine Stressverletzung, ein Sehnenriss, eine Knochenmarkveränderung oder ein anderes Weichteilproblem genauer untersucht werden muss. Laboruntersuchungen können bei Verdacht auf Infektion, Gicht, entzündliche Arthritis oder eine systemische Erkrankung sinnvoll sein.

Was der nächste Schritt umfassen kann

Konservative Behandlung und Rehabilitation

Die Behandlung richtet sich nach Ursache, Dauer, Aktivitätsniveau und Untersuchungsbefund. Bei vielen nicht dringlichen mechanischen Ursachen kann der Weg eine vorübergehende Anpassung der Belastung, geeignetes Schuhwerk, Fersenpolster oder Einlagen sowie ein strukturiertes Übungs- oder Physiotherapieprogramm umfassen.

Die Rehabilitation kann sich auf die Beweglichkeit von Wade und Plantarfaszie, den schrittweisen Kraftaufbau im Fuß und Unterschenkel, die Bewegungskontrolle und die stufenweise Rückkehr zu Alltag, Beruf oder Sport konzentrieren. Die Belastung sollte an die konkrete Ursache angepasst werden, da nicht jedes Übungsprogramm für jede Art von Fersenschmerz geeignet ist.

Weitere Verfahren und operative Beurteilung

Bei anhaltenden Beschwerden kann eine erneute Überprüfung der Diagnose und möglicher Belastungsfaktoren erforderlich sein. Abhängig von der bestätigten Ursache können Ruhigstellung, gezielte Physiotherapie, Stoßwellentherapie, bildgesteuerte Verfahren oder andere fachärztlich empfohlene Behandlungen infrage kommen.

Eine Operation ist bei Fersenschmerzen üblicherweise nicht der erste Schritt. Sie kann bei einem eindeutig festgestellten strukturellen Problem, einer erheblichen Sehnenverletzung, einer Fraktur, einer Nervenkompression oder einer lang anhaltenden Erkrankung besprochen werden, wenn eine angemessene nicht operative Behandlung nicht ausreichend geholfen hat.

Wie sich der Patientenweg unterscheiden kann

Leichte, erst kürzlich nach gesteigerter Aktivität aufgetretene Schmerzen können zunächst unter reduzierter Belastung und mit geeignetem Schuhwerk beobachtet werden. Wiederkehrende Beschwerden, Schmerzen über mehrere Wochen, ein verändertes Gangbild oder Einschränkungen bei Arbeit und Sport sprechen für eine klinische Abklärung.

Plötzliche Schmerzen nach einer Verletzung können eine frühere Bildgebung sowie eine orthopädische oder fußchirurgische Beurteilung erfordern. Schmerzen hinter der Ferse führen eher zur Untersuchung der Achillessehne. Schmerzen unter der Ferse können eine Beurteilung der Plantarfaszie, des Fettpolsters, der Fußmechanik und der Wadenbeweglichkeit erfordern. Brennen oder Taubheit können eine neurologische Abklärung notwendig machen.

Bei Kindern, Sportlern, Menschen mit entzündlichen Erkrankungen sowie Patienten mit Diabetes oder Durchblutungsstörungen kann eine frühere Untersuchung sinnvoll sein, da sich mögliche Ursachen und Risiken unterscheiden.

Was Sie vor einem Arzttermin vorbereiten sollten

Notieren Sie, wann die Schmerzen begonnen haben, wo sie genau liegen, ob sie ständig oder zeitweise auftreten und ob sie bei den ersten Schritten, nach Belastung oder in Ruhe am stärksten sind. Erwähnen Sie Schwellung, Blutergüsse, Taubheit, Steifigkeit, Verletzungen, Fieber oder Schwierigkeiten beim Auftreten.

Hilfreich sind außerdem Angaben zu Veränderungen der Aktivität, Sport, beruflicher Belastung, Schuhwerk, früheren Fuß- oder Sprunggelenkproblemen, aktuellen Medikamenten und bereits durchgeführten Behandlungen. Bereiten Sie vorhandene Röntgen-, Ultraschall- oder MRT-Befunde, Entlassungsbriefe und fachärztliche Berichte vor.

Wenn Fersenschmerzen anhalten, zunehmen oder Gehen und Alltag einschränken, können Sie ZagrebMed eine kurze Beschreibung der Beschwerden und vorhandene medizinische Unterlagen senden. ZagrebMed kann dabei helfen zu klären, ob eine orthopädische Untersuchung, bildgebende Diagnostik, physiotherapeutische Beurteilung oder ein anderer geeigneter Behandlungspfad in Zagreb infrage kommt.