Blockieren und Schnappen des Fingers

Blockieren und Schnappen des Fingers kann durch Sehnen, Gelenke, Verletzungen oder Entzündungen entstehen. Erfahren Sie mehr über Symptome, Diagnose und Behandlung.

Blockieren und Schnappen des Fingers beschreibt eine Bewegungsstörung, bei der sich ein Finger oder der Daumen beim Beugen oder Strecken nicht gleichmäßig bewegt. Der Finger kann an einer bestimmten Stelle hängen bleiben, klicken oder plötzlich schnappen. Manchmal bleibt er vorübergehend gebeugt und löst sich anschließend ruckartig. In ausgeprägten Fällen muss die andere Hand beim Strecken helfen.

Anfangs tritt das Symptom häufig nur gelegentlich auf und kann mit der Zeit deutlicher werden. Es ist oft morgens, nach längerer Ruhe oder bei Tätigkeiten mit wiederholtem kräftigem Greifen stärker ausgeprägt. Eine häufige Ursache ist der Schnappfinger, medizinisch auch stenosierende Tendovaginitis genannt. Ähnliche Beschwerden können jedoch auch durch Sehnenverletzungen, Gelenkerkrankungen, Narbengewebe oder Entzündungen entstehen.

Wie sich das Blockieren oder Schnappen anfühlen kann

Grundsätzlich kann jeder Finger einschließlich des Daumens betroffen sein. Häufig treten die Beschwerden am Ringfinger, Mittelfinger oder Daumen auf. Ein einzelner Finger oder mehrere Finger an einer oder beiden Händen können betroffen sein.

Mögliche Beschwerden sind:

  • ein Klicken, Springen oder Schnappen bei der Bewegung
  • ein Finger, der beim Öffnen oder Schließen der Hand hängen bleibt
  • vorübergehendes Blockieren in gebeugter oder gestreckter Stellung
  • Schmerzen oder Druckempfindlichkeit an der Fingerbasis auf der Handflächenseite
  • ausgeprägte Morgensteifigkeit
  • eine kleine druckempfindliche Verdickung in der Handfläche
  • Schwierigkeiten beim Greifen, Tippen oder bei feinmotorischen Tätigkeiten

Bei leichten Beschwerden bleibt der Finger vollständig beweglich, klickt jedoch gelegentlich. Bei fortgeschrittenen Veränderungen kann er wiederholt blockieren, nur mithilfe der anderen Hand gestreckt werden oder dauerhaft in gebeugter Stellung verbleiben.

Häufige Ursachen für einen blockierenden oder schnappenden Finger

Schnappfinger

Der Schnappfinger ist die häufigste Ursache für wiederholtes Hängenbleiben, Klicken oder Blockieren. Die Beugesehnen der Finger gleiten normalerweise durch enge Sehnenscheiden und unter ringförmigen Haltebändern. Verdicken oder entzünden sich die Sehne oder ihre Hülle, kann die Sehne nicht mehr frei gleiten. Sie bleibt unter einem Ringband an der Fingerbasis hängen und löst sich anschließend plötzlich.

Ein Schnappfinger kann ohne eindeutigen Auslöser entstehen. Er kommt häufiger bei Menschen vor, die wiederholt kräftig greifen oder mit Werkzeugen arbeiten. Auch Diabetes, rheumatoide Arthritis und bestimmte andere systemische Erkrankungen können das Auftreten begünstigen.

Reizung, Schwellung oder Vernarbung einer Sehne

Eine Reizung oder Verdickung der Beugesehne kann nach Überlastung, wiederholtem Druck, einer Verletzung oder einer Operation entstehen. Narbengewebe kann das normale Gleiten der Sehne behindern. Auch eine teilweise Sehnenverletzung kann zu schmerzhaften und unregelmäßigen Bewegungen führen.

Gelenkbedingte Ursachen

Arthrose, entzündliche Gelenkerkrankungen, Knorpelschäden, Schwellungen oder knöcherne Veränderungen können die Beweglichkeit eines Fingers einschränken. Bei einer Gelenkursache liegen Schmerzen und Schwellung häufig direkt am betroffenen Gelenk. Die Bewegung kann steif sein, ohne dass das typische Schnappen an der Fingerbasis auftritt.

Frühere Verletzung oder mechanisches Hindernis

Ein Bruch, eine Verrenkung, eine Bandverletzung oder eine starke Weichteilschwellung kann die normale Fingermechanik verändern. Narben, Knochenfragmente oder andere strukturelle Veränderungen können die Bewegung mechanisch blockieren. Beschwerden, die unmittelbar nach einer Verletzung beginnen, sollten besonders bei sichtbarer Fehlstellung untersucht werden.

Andere Erkrankungen der Hand

Bei einer Dupuytren-Kontraktur werden ein oder mehrere Finger allmählich zur Handfläche gezogen. Sie verursacht meist eine zunehmende Einschränkung der Streckung und weniger ein plötzliches Schnappen. Sehnenscheidenzysten, Ganglien und andere lokale Veränderungen können ebenfalls die Bewegung stören, sind jedoch seltenere Ursachen.

Begleitende Symptome

Zusätzliche Beschwerden können Hinweise darauf geben, ob eher eine Sehne, ein Gelenk, ein Nerv, eine Verletzung oder eine Entzündung beteiligt ist. Möglich sind:

  • Schmerzen an der Basis des Fingers oder Daumens
  • Morgensteifigkeit
  • Schwellung oder Druckempfindlichkeit in der Handfläche
  • eine tastbare Verdickung, die sich beim Beugen bewegt
  • verminderte Griffkraft
  • eingeschränkte Beugung oder Streckung
  • Schmerzen und Schwellungen an mehreren Fingergelenken
  • Taubheitsgefühl oder Kribbeln bei zusätzlicher Nervenbeteiligung
  • Rötung, Überwärmung oder zunehmende Schwellung bei Entzündung oder Infektion

Auch das Muster der Beschwerden ist relevant. Schnappen an der Fingerbasis mit Morgensteifigkeit passt häufiger zu einer Störung des Sehnengleitens. Eine dauerhafte Gelenkschwellung oder Fehlstellung kann dagegen auf eine Gelenkerkrankung hinweisen.

Wann ein blockierender Finger ärztlich untersucht werden sollte

Eine Untersuchung ist sinnvoll, wenn das Blockieren anhält, schmerzhaft wird, die Handfunktion beeinträchtigt oder sich zunehmend verschlechtert. Dadurch lässt sich ein Schnappfinger von einer Sehnenverletzung, Gelenkerkrankung oder anderen mechanischen Ursache unterscheiden.

Die ärztliche Beurteilung sollte nicht aufgeschoben werden, wenn:

  • der Finger vollständig blockiert und sich nicht vorsichtig bewegen lässt
  • die Beschwerden nach einem Sturz, Schlag, tiefen Schnitt oder einer anderen erheblichen Verletzung beginnen
  • eine sichtbare Fehlstellung besteht
  • starke Schwellung, Rötung, Überwärmung, Wundsekret oder Fieber auftreten
  • der Finger blass, blau, ungewöhnlich kalt oder taub wird
  • der Finger plötzlich nicht mehr gebeugt oder gestreckt werden kann
  • Schmerzen und Schwellung rasch zunehmen

Ein tiefer Schnitt auf der Handflächenseite mit anschließender Unfähigkeit, den Finger zu beugen, kann auf eine Verletzung der Beugesehne hinweisen und sollte zeitnah untersucht werden.

Wie die Ursache diagnostiziert wird

Anamnese und Untersuchung der Hand

Bei der Untersuchung wird geklärt, wann die Beschwerden begonnen haben, welcher Finger betroffen ist, ob sie morgens stärker sind und welche Bewegungen das Blockieren auslösen. Frühere Verletzungen, Operationen, berufliche Belastungen, Diabetes und entzündlich-rheumatische Erkrankungen können für die Einordnung wichtig sein.

Der Arzt beobachtet das wiederholte Öffnen und Schließen der Hand. Dabei werden Schmerzort, Sehnengleiten, Klicken oder Blockieren, Gelenkbeweglichkeit, Griffkraft und mögliche Verdickungen an der Fingerbasis beurteilt. Ein typischer Schnappfinger lässt sich häufig anhand der Beschwerden und der körperlichen Untersuchung diagnostizieren.

Bildgebung und weitere Untersuchungen

Eine Bildgebung ist nicht immer erforderlich. Eine Röntgenuntersuchung kann nach einer Verletzung, bei vermuteter Arthrose oder einem untypischen Bewegungsmuster sinnvoll sein. Ultraschall kann eine verdickte Sehne, Flüssigkeit in der Sehnenscheide und ein gestörtes Sehnengleiten darstellen. Weitere Untersuchungen richten sich nach neurologischen Symptomen, mehreren geschwollenen Gelenken oder Hinweisen auf eine systemische Entzündung.

Was der nächste Schritt umfassen kann

Das weitere Vorgehen hängt von Ursache, Dauer, Schmerzstärke und funktioneller Einschränkung ab. Gelegentliches schmerzloses Klicken kann zunächst beobachtet werden, besonders wenn es nach einer vorübergehenden Mehrbelastung aufgetreten ist. Wiederholtes Blockieren, Schmerzen und Einschränkungen im Alltag sprechen für eine fachärztliche Untersuchung.

Konservative Behandlung

Bei einem vermuteten Schnappfinger können zunächst auslösende Aktivitäten vorübergehend angepasst, eine Fingerschiene eingesetzt und Schmerzen oder Entzündungen behandelt werden. Medikamente sind nicht für jeden Patienten geeignet und müssen mit bestehenden Erkrankungen und der aktuellen Therapie abgestimmt werden.

Bei anhaltenden Beschwerden kann eine Kortikosteroidinjektion in den Bereich der Sehnenscheide erwogen werden. Die Eignung hängt unter anderem von der Dauer und Ausprägung des Blockierens, bisherigen Behandlungen und Begleiterkrankungen wie Diabetes ab.

Handchirurgische Beurteilung

Eine Operation kann besprochen werden, wenn der Finger blockiert bleibt, die Beschwerden wiederkehren oder konservative Maßnahmen keine ausreichende Besserung bringen. Bei der Schnappfinger-Operation wird das betroffene Ringband geöffnet, damit die Sehne wieder freier gleiten kann.

Wenn eine Verletzung, Gelenkerkrankung, Narbe oder andere strukturelle Veränderung verantwortlich ist, richtet sich die Behandlung nach der konkreten Ursache.

Was vor einem Arzttermin vorbereitet werden sollte

Notieren Sie, welcher Finger betroffen ist, wann die Beschwerden begonnen haben, ob sie morgens stärker sind, wie häufig der Finger blockiert und ob er sich von selbst löst. Schmerzen, Schwellung, Kribbeln, frühere Verletzungen, Operationen und wiederholte Greifbelastungen sollten ebenfalls erwähnt werden.

Vorhandene Röntgen- oder Ultraschallbefunde, fachärztliche Berichte, Operationsunterlagen und eine aktuelle Medikamentenliste sind hilfreich. Ein kurzes Video des blockierenden Fingers kann die Beurteilung unterstützen, wenn das Symptom während des Termins nicht auftritt.

Wenn das Blockieren oder Schnappen anhält, schmerzhaft ist oder alltägliche Tätigkeiten beeinträchtigt, können Sie ZagrebMed eine kurze Beschreibung und vorhandene medizinische Unterlagen senden. ZagrebMed kann bei der Organisation einer handchirurgischen Untersuchung, geeigneter Diagnostik oder eines weiteren Behandlungspfads in Zagreb helfen.