Kreuzbiss
Ein Kreuzbiss kann einen oder mehrere Front- oder Seitenzähne betreffen. Erfahren Sie mehr über Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlungsoptionen.
Ein Kreuzbiss ist eine Fehlstellung des Bisses, bei der ein oder mehrere obere Zähne beim Schließen des Mundes nicht in der üblichen Beziehung zu den unteren Zähnen stehen. Betroffen sein können ein einzelner Zahn, mehrere Zähne oder größere Abschnitte des Zahnbogens. Je nach Lage wird vor allem zwischen einem anterioren und einem posterioren Kreuzbiss unterschieden.
Bei einem posterioren Kreuzbiss beißen ein oder mehrere obere Seitenzähne meist innerhalb der entsprechenden unteren Zähne statt leicht außerhalb. Der Kreuzbiss kann einseitig oder beidseitig auftreten. Bei manchen Patienten verschiebt sich der Unterkiefer beim Zubeißen seitlich, um eine stabilere Kontaktposition zu erreichen. Eine solche funktionelle Unterkieferverlagerung ist besonders bei Kindern im Wachstum wichtig zu beurteilen.
Wie sich ein Kreuzbiss bemerkbar machen kann
Einige Kreuzbisse sind deutlich sichtbar, andere fallen erst bei einer genauen Untersuchung der Okklusion auf. Betroffene können bemerken, dass die Zähne auf einer Seite anders ineinandergreifen als auf der anderen, dass ein oberer Frontzahn hinter einem unteren Zahn schließt oder dass sich der Unterkiefer beim Zubeißen leicht zur Seite bewegt.
Ein Kreuzbiss verursacht nicht zwangsläufig Schmerzen. Je nach Form und Ausprägung können jedoch folgende Auffälligkeiten auftreten:
- ungleichmäßiges oder erschwertes Kauen;
- das Gefühl, dass die Zähne nicht natürlich aufeinanderpassen;
- ungleichmäßige Zahnkontakte oder lokaler Zahnabrieb;
- ein oder mehrere Zähne, die in einer ungewöhnlichen Position aufeinandertreffen;
- eine sichtbare seitliche Bewegung des Unterkiefers beim Schließen;
- gelegentliche Reizung von Zahnfleisch oder Stützgewebe durch ungünstige Zahnkontakte.
Ein Kreuzbiss bedeutet nicht automatisch, dass eine Gesichtssymmetrie gestört wird, Beschwerden des Kiefergelenks entstehen oder eine ausgeprägte Funktionsstörung vorliegt. Solche Befunde müssen individuell untersucht werden.
Anteriorer und posteriorer Kreuzbiss
Anteriorer Kreuzbiss
Ein anteriorer Kreuzbiss betrifft einen oder mehrere Frontzähne. Ein oberer Frontzahn kann hinter einem unteren Frontzahn schließen, anstatt davor. Wenn mehrere untere Frontzähne vor den oberen Zähnen stehen, kann sich das Erscheinungsbild mit dem überschneiden, was Patienten als umgekehrten Biss oder Unterbiss bezeichnen.
Diese Begriffe sind miteinander verbunden, aber nicht identisch. Eine umfassendere sagittale Fehlstellung, bei der der untere Zahnbogen oder Unterkiefer gegenüber dem Oberkiefer weiter vorne liegt, wird separat beurteilt. Der Schwerpunkt dieser Seite liegt auf der gekreuzten Beziehung der Zähne, insbesondere im Seitenzahnbereich.
Posteriorer Kreuzbiss
Der posteriore Kreuzbiss betrifft Prämolaren, Molaren oder bei Kindern die entsprechenden Milchzähne. Er kann nur einen Zahn, mehrere Zähne, eine Seite oder beide Seiten des Mundes betreffen.
Ein einseitiges Erscheinungsbild bedeutet nicht immer, dass die zugrunde liegende Ursache nur auf einer Seite besteht. Bei manchen Kindern kann ein relativ schmaler Oberkiefer beziehungsweise oberer Zahnbogen in Verbindung mit frühen Zahnkontakten dazu führen, dass der Unterkiefer beim vollständigen Zubeißen funktionell zur Seite ausweicht.
Mögliche Ursachen und Einflussfaktoren
Ein Kreuzbiss kann dentale, skelettale und funktionelle Komponenten haben. Die Unterscheidung ist wichtig, weil nicht jede Form des Kreuzbisses auf die gleiche Weise behandelt wird.
Dentale Faktoren
Ein dentaler Kreuzbiss kann durch Position, Neigung, Rotation oder Durchbruchsrichtung einzelner Zähne entstehen. Die knöcherne Kieferbreite kann dabei grundsätzlich passend sein, während ein oder mehrere Zähne zu weit nach innen oder außen geneigt sind. Auch der verfügbare Platz im Zahnbogen beeinflusst die Zahnstellung.
Skelettale Faktoren
Bei einem skelettalen Kreuzbiss betrifft die Abweichung das Verhältnis der knöchernen Kieferstrukturen. Beispielsweise kann der Oberkiefer im Verhältnis zum Unterkiefer zu schmal sein. Komplexere Fälle können transversale und sagittale Fehlstellungen kombinieren. Dann müssen Gesichtswachstum, skelettale Reife, Zahnkompensation und die gesamte Kieferrelation berücksichtigt werden.
Funktionelle Faktoren
Manchmal treffen einzelne Zähne beim ersten Kontakt so aufeinander, dass der Unterkiefer zur Seite ausweicht, bevor die gewohnte Schlussbissposition erreicht wird. Der Kieferorthopäde beurteilt deshalb, ob sich die natürliche Kieferposition von der Position unterscheidet, die beim vollständigen Ineinandergreifen der Zähne entsteht.
Dentale, skelettale und funktionelle Faktoren können gleichzeitig vorkommen. Eine zuverlässige Einordnung ist daher nicht allein anhand eines Fotos möglich.
Wann ein Kreuzbiss untersucht werden sollte
Ein Kreuzbiss ist normalerweise kein medizinischer Notfall. Eine kieferorthopädische Untersuchung ist jedoch sinnvoll, wenn der Biss sichtbar ungleichmäßig ist, der Unterkiefer beim Schließen zur Seite ausweicht, das Kauen beeinträchtigt ist oder ein zunehmender ungleichmäßiger Zahnabrieb auffällt.
Bei Kindern ist eine Beurteilung während des Wachstums besonders hilfreich, weil die Entwicklung der Zahnbögen und Kiefer berücksichtigt werden kann. Das bedeutet nicht, dass jedes Kind mit Kreuzbiss sofort behandelt werden muss. In manchen Fällen ist zunächst eine regelmäßige Kontrolle ausreichend. Bei anderen Formen kann eine Behandlung während des Wachstums sinnvoll sein, zum Beispiel bei einem ausgeprägten funktionellen Shift oder einer relevanten transversalen Enge.
Auch Erwachsene können wegen eines Kreuzbisses untersucht und behandelt werden. Da das Kieferwachstum weitgehend abgeschlossen ist, spielen Zahnstellung, Knochen- und Parodontalverhältnisse, bestehender Zahnersatz, frühere Behandlungen und die skelettale Ausgangssituation eine besonders wichtige Rolle.
Eine zahnärztliche Abklärung sollte nicht aufgeschoben werden, wenn der Biss zu deutlichen Verletzungen von Zähnen oder Zahnfleisch führt, Schmerzen rasch zunehmen, Schwellungen auftreten oder sich der Mund nach einer Verletzung nicht normal schließen lässt.
Wie ein Kreuzbiss diagnostiziert wird
Ausgangspunkt ist eine umfassende kieferorthopädische Untersuchung. Dabei wird beurteilt, wie Ober- und Unterkieferzähne ineinandergreifen, wie viele Zähne betroffen sind, ob ein anteriorer oder posteriorer Kreuzbiss vorliegt und ob ein posteriorer Kreuzbiss ein- oder beidseitig ist.
Zur Untersuchung können gehören:
- Breite und Form der oberen und unteren Zahnbögen;
- Position, Neigung und Rotation der Zähne sowie vorhandener Platz;
- dentale Mittellinien und mögliche Veränderungen beim Schließen des Mundes;
- ein möglicher funktioneller Unterkiefershift;
- Kieferrelationen und Wachstumsmuster;
- Kaufunktion und Bereiche mit ungleichmäßigem Zahnkontakt;
- Zahnabrieb sowie Gesundheit von Zahnfleisch und Zahnhalteapparat.
Ein digitaler Intraoralscan kann ein präzises dreidimensionales Modell der Zahnbögen und des Bisses liefern. Klinische Fotografien können ebenfalls sinnvoll sein. Panorama-, Fernröntgen- oder andere Aufnahmen werden nur eingesetzt, wenn sie klinisch angezeigt sind und zusätzliche Informationen für Diagnose oder Behandlungsplanung liefern.
Was der nächste Schritt beinhalten kann
Die weitere Behandlung hängt davon ab, ob der Kreuzbiss überwiegend dental, funktionell, skelettal oder kombiniert ist. Auch Alter und Wachstumsstatus sind entscheidend.
Bei einem lokal begrenzten dentalen Kreuzbiss kann es darum gehen, einen oder mehrere Zähne in eine günstigere Position zu bewegen. Je nach Indikation kommen feste Zahnspangen, ausgewählte herausnehmbare Geräte oder transparente Aligner infrage. Aligner können bestimmte Kreuzbisse korrigieren, sind jedoch nicht für jede Form oder jeden Schweregrad geeignet.
Wenn eine unzureichende Breite des oberen Zahnbogens beteiligt ist, kann eine Erweiterung erwogen werden. Dabei muss zwischen dentaler Zahnbogenerweiterung und skelettaler Oberkiefererweiterung unterschieden werden. Eine dentale Erweiterung verändert vor allem Zahnstellung und dentoalveoläre Strukturen. Eine skelettale Erweiterung zielt auf eine tatsächliche Verbreiterung des Oberkiefers und hängt wesentlich von Wachstum und skelettaler Reife ab.
Bei ausgewählten Kindern und Jugendlichen können Verfahren genutzt werden, die das vorhandene Wachstum berücksichtigen. Bei Erwachsenen mit einer ausgeprägten skelettalen Komponente kann eine komplexere Behandlungsplanung erforderlich sein. In bestimmten Fällen gehören dazu skelettale Verankerung oder eine gemeinsame Beurteilung durch Kieferorthopädie und Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie.
Auf ZagrebMed finden Sie innerhalb der Bisskorrektur eine eigene Leistung zur Korrektur eines Kreuzbisses. Welche Methode geeignet ist, wird erst nach der diagnostischen Einordnung des Kreuzbisses entschieden.
Was Sie vor dem Termin vorbereiten können
Hilfreich ist die Angabe, wann die Bissabweichung erstmals aufgefallen ist, ob sie sich verändert hat, ob das Kauen auf beiden Seiten gleich funktioniert und ob sich der Unterkiefer beim Schließen sichtbar zur Seite bewegt. Bei Kindern können Informationen über die bisherige Zahnentwicklung und frühere kieferorthopädische Kontrollen nützlich sein.
Falls vorhanden, sollten frühere Röntgenbilder, kieferorthopädische Befunde, Fotos, digitale Scans sowie Informationen über frühere Zahnspangen, Aligner, Zahnextraktionen oder andere zahnärztliche Behandlungen mitgebracht werden. Erwachsene sollten auch Kronen, Brücken, Implantate, parodontale Behandlungen und frühere kieferorthopädische Therapien angeben.
Wenn Sie nicht sicher sind, ob es sich um einen Kreuzbiss handelt oder welche Untersuchung sinnvoll ist, können Sie ZagrebMed eine kurze Beschreibung und vorhandene zahnmedizinische Unterlagen senden. ZagrebMed kann Ihnen helfen, den Befund mit einem geeigneten kieferorthopädischen Untersuchungs- oder Behandlungspfad in Zagreb zu verbinden.