Bandscheibenvorfall

Ein Bandscheibenvorfall tritt auf, wenn der weiche innere Teil einer Bandscheibe durch die äußere, härtere Schicht rutscht. Dies kann Druck auf die Spinalnerven ausüben und Schmerzen, Taubheit und Schwäche im betroffenen Bereich verursachen. Am häufigsten tritt er im unteren Rückenbereich (Lendenwirbelsäule) auf, kann aber auch die Halswirbelsäule betreffen. Ursachen sind unter anderem Alterung, körperliche Inaktivität, plötzliche Bewegungen, das Heben schwerer Gegenstände und eine anhaltend schlechte Körperhaltung.

Symptome eines Bandscheibenvorfalls

  • Schmerzen im unteren Rücken oder Nacken

  • Schmerzen, die in Arme oder Beine ausstrahlen (Ischias bei lumbalem Bandscheibenvorfall)

  • Taubheit und Kribbeln in den Gliedmaßen

  • Muskelschwäche und eingeschränkte Beweglichkeit

  • Verstärkte Schmerzen beim Sitzen, Niesen oder Husten

Diagnose eines Bandscheibenvorfalls

Die Diagnose eines Bandscheibenvorfalls beginnt mit einer klinischen Untersuchung, bei der der Arzt die Beweglichkeit, Muskelkraft und Reflexe bewertet. Falls ein Bandscheibenvorfall vermutet wird, werden bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomographie (MRT) eingesetzt, um eine detaillierte Darstellung der Bandscheiben und Nerven zu erhalten. Röntgenaufnahmen (RTG) können helfen, andere Probleme auszuschließen, während die Computertomographie (CT) eine noch genauere Beurteilung der Wirbelsäule ermöglicht.

Behandlung eines Bandscheibenvorfalls

Die Behandlung eines Bandscheibenvorfalls hängt von der Schwere der Symptome ab. Konservative Methoden umfassen Ruhe, Physiotherapie, Kräftigungsübungen für die Rücken- und Bauchmuskulatur, Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente. Auch manuelle Therapie, Dehnübungen und Wärmeanwendungen können hilfreich sein. In schweren Fällen, wenn die Schmerzen über mehrere Monate anhalten, können epidurale Steroidinjektionen oder in seltenen Fällen operative Eingriffe wie eine Mikrodisektomie oder eine Wirbelsäulenfusion in Betracht gezogen werden.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Ein Arztbesuch ist notwendig, wenn die Schmerzen länger als sechs Wochen andauern, sich trotz Behandlung verschlimmern oder von Muskelschwäche oder Problemen mit der Kontrolle von Blase und Darm begleitet werden, da dies auf eine ernsthafte neurologische Erkrankung hinweisen kann, die sofortige medizinische Hilfe erfordert.